Studien der Parameter des Mauerwerks, der Bautechniken, Materialzusammensetzung sowie die Überprüfung der Gebäude

Zur Zeit der Herrschaft der Venezianer können verschiedenen Phasen getrennt werden. In der ersten Etappe (13.-14.Jhd.) war der „innere Gegner“ das Problem, und zwar handelte es sich hier um einen Aufruhr der Einwohner Kretas. Im 15.Jhd. geschah zwischen den Venezianern und den Ansässigen eine allmähliche Annäherung, dann wurde Frieden geschlossen, aber ein neues Problem tauchte auf: Piratenangriffe, die das Schicksal der mediterranen Inselwelt des Ostens bis in die modernen Zeiten beeinflusste. Dazu bedeuteten ab Beginn des 16.Jhd. die Türken eine Gefahr.
Ein anderer wichtiger Faktor für die Beeinflussung der Befestigungsarbeiten war die Entwicklung der Technik, in erster Linie die Entwicklung des Feuers und die damit verbundenen Schutztechnologien.
Parallel zu dem obigen Verlauf wurde zuerst eine klassische Festung des Mittelalters gegen die inneren Gegner gebaut, dann wurde gegen die Piraten ein äußerer Schutzring um die borghi gebaut, schließlich entstand gegen die Gefahr der Türken ab 1538 nach den Plänen von Michele Sanmicheli eine moderne basteiartige Schutzmauer.
Der Schutz vom Meer her enthielt aber vom Festland abweichende Züge, auch im Falle des Hafens von Chania. Den Eingang des Hafens sicherte eine polygonale Umwallung (ravelin), die heute Festung Firka genannt wird.
Die Festung von Sanmicheli blieb in der Türkenzeit wesentlich unverändert bzw. bis zu Beginn des 20.Jhd.
Die Bauweise der Mauer der Venezianer war der Zeit entsprechend. Die Verkleidung der Hauptmauer war stärker als die Innenmauer gebaut. Die Mauern von Chania sind stärker als alle zeitgleichen Festungen Kretas.
Die Frontseiten der Mauern wurde aus geförderten Sandstein gebaut, der per Schiff angeliefert wurde. Die Arbeiten wurden von den dafür verpflichteten Bauern ausgeführt.
Der Bau auf einem Felsengrund hatte zum Ergebnis, dass die Bauten auch heute noch in einem guten Zustand sind. Die Hauptoberfläche der Festung besteht aus viereckigem Sandstein und Kalksteinmörtel. Die Innenoberfläche ist aus grob gehauenem, in Mörtel schwimmendem Stein gebaut.
Die Festung umschließt ein breiter trockener Graben.


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