Historische Entwicklung und Wandel

Vor Vianne war ein Dorf namens Villelongue hier zu finden, das durch seine rumänische Kirche aus dem 12.Jhd. erwähnenswert ist.
Edward I., der König von England und Herzog von Aquitaine gab 1279 das Gebiet von Agenais dem König von Frankreich zurück. 1284 wurde von den Engländern und Franzosen entschieden, eine besondere Ortschaft, eine sog. bastide zu gründen, und diese wurde Vianne (nova bastida seu villa vocata Vianna) genannt. Ihre Grenzen waren genau markiert.
Vianne ist ein Teil der Bastide-Baubewegung, die sich in ganz Westeuropa ausbreitete und bis in den Südwesten Frankreichs reichte. Vianne kann als Urtyp der im Mittelalter gegründeten Städte betrachtet werden. Im Zusammenhang mit dem explosionsartigen Wachsen der Bevölkerung und der wirtschaftlichen Entwicklung wurden im 11.Jhd. die verstreut lebenden Lebensgemeinschaften nach einem neuen Muster in einem großen Teil Europas neu organisiert. Gemeinsam mit den neuen Stadtformen entstand eine besondere Gruppe der Einwohner der Burgkastelle, die „sauvetés“, „bours ecclésiaux“ und ähnlich genannt wurden.
1229 wurde mit dem Abkommen von Meaux-Paris dem Krieg der Albigenser ein Ende bereitet. Damit wurde die zukünftige Integration aller zur französischen Krone gehörenden Gebiete eingeläutet. Im Laufe des Wiederaufbaus der im Krieg vernichteten Häuser entstanden mit einer gruppenartigen Anlage Dörfer und Marktstädte, die „bastide“ genannt wurden. Das schnelle Wachsen der städtischen Ansiedlungen dauerte vom Krieg der Albigenser bis zum Beginn des 100jährigen Krieges (1337).
Vianne charakterisierte als Anlage die gegeneinanderstehenden englischen und französischen Typen der Befestigungsanlagen. Diese Ortschaften wurden für den Handel organisiert. Im Interesse des Handels war ein mit Graben umgebener zentraler Platz charakteristisch. Später aber wurden in den Jahren von 1323-1325 Befestigungen zum Schutz der Einwohner wegen der Zwietracht zwischen den Franzosen und Engländern notwendig.