Gründe für die im Laufe der Jahrhunderte vorgenommenen Befestigungsmaßnahmen

Vianne wird als eine der interessantesten „bastide“ genannt. Ihre Innenfläche beträgt etwa 10 Hektar, einen Teil nahmen die Wohnhäuser ein, einen bedeutenden Teil aber Gärten.
Bis zum 19.Jhd. entwickelte sich das Dorf innerhalb der Mauern, das Landwirtschaftsdorf fiel oft den zahlreichen Kriegen der früheren Jahrhunderte zum Opfer. Zur Zeit des 100jährigen Krieges eroberten die Franzosen Vianne von den Engländern zurück, 1340 gelangte es wieder zu den Engländern, 1342 dann wieder zu den Franzosen. Im 16.Jhd. zerstörte der Krieg zwischen den Katholiken und Protestanten das Land. Dies charakterisierte auch die weitere Entwicklung des Dorfes.
1837 wurden etwa 100 Häuser und Gärten registriert. 1860 reichte die Eisenbahn bis zu den Mauern der Ortschaft. Dieser Umstand half bei der Förderung eines großen Glaswerkes, das 1927 außerhalb der Mauern stand. Diese Arbeitsmöglichkeit führte zu einem bedeuteten Wachstum der Bevölkerung, und ließ auch den örtlichen Handel wieder aufleben. Für die wachsende Bevölkerung wurden die Flächen nördlich der „bastide“ in Parzellen geteilt.
Die Besonderheit der Konstruktion von Vianne gewährt, dass die freien Flächen auf dem Innengebiet der „bastide“ im Laufe der Entwicklung der Ortschaft nicht bebaut wurden.
Die Gebäude der früheren Jahrhunderte verfielen, heute sind nur noch Häuser aus dem 19.Jhd. zu sehen.
Der Tourismus ist im Wachsen, und das hilft, dass in Verbindung mit den Befestigungsobjekten versucht wird, ein individuelles Image zu gestalten.
Das Schutzgatter des Dorfes wird erstmals in einem im Mai 1287 vom König und Herzog geschriebenen Brief erwähnt. Durch die Besonderheiten des Ortes war Vianne nicht tauglich zu einer verstärkten Stadt oder strategisch wichtig zu werden. Wegen der Zwietracht zwischen den Franzosen und Engländern wurde aber von 1323-1325 die Verstärkung der „bastide“ drängend. Vianne ist die einzige „bastide“, deren Erdschanzen praktisch unbeschädigt bestehen blieben.
Die ganze „bastide“ ist seit 1886 als historisches Denkmal registriert, mehrere Pläne entstanden zur Restaurierung. 1901 haben der Regierungsarchitekt Rapine und dann 1909 der Senator Doumergue Vorschläge für die Ausführung der Arbeiten gemacht.